BOY ACOSHA
DER PÖBEL
(Nicolas Krüger, Julian Hoffmann)
Bei der Eiche, nicht weit der Stadt
badet nachts im kühlen Teiche
Mariechen ohne Scham und Keusche.
Seht euch satt! Seht euch satt!
Schon hängt ihr Kleid im Fliederstrauch
und nieder rauscht ihr Mieder auch.
Wenn feiste Maid mit Reizen protzt,
manch gierig Aug durchs Ginster glotzt.
||: Lauf, Marie, der Pöbel kömmt,
bevor er dir in die Möbel rennt! :||

Becher kübeln, Päpste göbeln,
Flöten blasen, Mädchen dübeln,
Keulen schwingen, Dinger drehn,
pöbelnd um die Häuser ziehn.
Komm mit uns, die Sau lass raus!
Lass dich gehn, dein Weib zuhaus!
Hier nimmt dir Zoten keiner übel.
Fühl dich frei und sei der Pöbel!

"Schnür dich bis zur Nasenspitz,
der Pöbel späht durch jede Ritz."

Im Mondschein schwillt ein dumpfes Dröhn,
wir hören Pater Paul, den Frommen,
von seinem Freund dem Winzer kommen.
Hört ihr ihn stöhn? Hört ihr ihn stöhn?
Den Kirchberg hoch, mit frohem Mut,
rollt er das Fass mit Gottes Blut,
er öffnet leis die Kirchentür
und wähnet sich alleine hier.
||: Pfaffe, trink, der Pöbel kömmt,
hau weg den Wein solang er dein! :||
"Denn jede Ehr und Furcht verfliegt,
wenn der Pöbel Rotes riecht."

Weltsensation! Weltsensation!
Der weiße Clown
tanzt brennend seinen Todesritt,
er setzt aufs Seil den ersten Schritt.
Ist es ein Traum? Ist es ein Traum?
Solch Artisten von tödlich Kunst
buhlen hier um unsre Gunst.
Sie bieten keine Waren feil,
sondern offenbaren geil
jedes straffe Körperteil
oben auf dem Schwindelseil.
Und Damenmünder, reich, bleich, groß,
stöhn gen Himmel Achs und Ohs.
||: Gaukler, rennt, der Pöbel kömmt,
denn es gibt Ding die ihr nicht könnt! :||

"Wenn Gaukler ihren Tod riskieren,
kann sich der Pöbel amüsieren."

Die stille Lillie auf grüner Flur
ein Kräutlein nach dem nächsten bricht,
Vergissmeinnicht zu Kränzen flicht.
Wem schenkt sies nur? Wem schenkt sies nur?
Vielleicht ist sie auf mich erpicht?
Oder auch auf mich erpicht?
Das weiß man nicht. Das weiß man nicht.
Weil die stille Lillie für gewöhnlich wenig spricht.
||: Lauf, mein Kind, der Pöbel kömmt,
der Pöbel ist nicht, was dir frömmt. :||

"Wie gewonnen, so zerronnen,
wenn der Pöbel dir gekommen."

P-Ö-B-E-L
||: Ach, mein Gott, der Pöbel kömmt!
Herrjemine, der Pöbel kömmt! :||
Oh mein Gott es gibt ihn wirklich! Ja!
Ich bin doch einer von euch!
Ich bin doch einer von euch!
Sei der Pöbel!
Der Pöbel lässt sich nicht einspannen. Genau!
Auf die Speicher! Holt eure Mistgabeln!
Ja! Der Pöbel!



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