BOY ACOSHA
DEMECO
("Demeco, mein Junge, wohin" von Boris Wilhelm von Arndorff (1792-1846))
Demeco ist ein kleiner Schelm,
er treibt gern Schabernack.
Mit Lehrer Doktor Gottfried Helm,
bis der ihn am Schlawittchen packt.

Doch oft lässt er sich nicht ertappen,
zumindest ist er flinker dran.
Wenn doch, dann heißt's auf Schusters Rappen!
Der Lehrer hintenan.

"Demeco, mein Junge, wohin?"
Er wirft mir eine Kusshand zu,
läuft dann vorbei im Nu.
"Demeco, mein Junge, wohin?"
Doch schon ist er an mir vorbei,
der Lehrer schnauft herbei.

Wenn einst er wieder spielen ging
im Schober vom Herrn Böck,
und dann des Böckens Tochter fing,
ging er ihr an die Röck'.

Doch bald schon kam der Vater heim,
sah angelehnt die Türe stehn.
Da dacht ich nur: "Oh Junge mein,
nimm in die Hand die Been!"

"Demeco, mein Junge, wohin?"
Besorgt schaut ich ihm hinterdrein,
wie er da saust vorbei.
"Demeco, mein Junge, wohin?"
Doch lachend nur sprang er davon,
da kam der alte Böck auch schon!
Wie auch er bald zum Metzger lief,
um sich 'nen Speck zu holen,
der Metzger nur sein Mägdlein rief -
schon ward der Speck ihm stolen!

Wie er sich wieder drehte um,
er sucht nach Bub und Speck,
als er begriff - wie blickt er dumm -
sowohl als auch warn weg!

Doch manchmal fragte ich mich schon,
wie lang's noch gut gehn mag.
Denn was ich auch ihm rat, dem Sohn,
er tut nix was ich sag!

Ich leid schon, wie's wird enden wohl:
Er wird die Welt wolln sehn.
Wird nehmens Ränzl, und auf Sohlen
in's Abendrot 'nein gehen.

"Demeco, mein Junge, wohin,
Demeco, mein Junge, wohin?"



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