BOY ACOSHA
REISEBERICHTE
REISEBERICHTE
Texte von der Räuberband über das Projekt REISEN REISEN vom Frühjahr 2013.


TEXT VON FABIAN BETHGE (Video und Doku)

Gestern Abend sind nun alle Musiker (bis auf zwei, die später kommen) in Freienseen in der Grundschule eingetrudelt, die in den nächsten zwei Wochen unser Aufnahmestudio sein wird. Dabei sind Silas mit seiner Percussion im Schlepptau, Stephan inklusive Kontrabass und seiner warmen Background-Stimme, Massimo in Begleitung seines E-Bass, Gesa mit ihrer Gitarre und im vollen Besitz ihrer Stimme, Julian und seine vielen Mikrofone und Aufnahmegeräte, Fabian samt Kamera für die Dokumentation und natürlich Cat ohne jeden Zweifel, dass das Album großartig wird.
Nach einigen herzlichen Begrüßungen haben wir gleich damit begonnen, die Instrumente, Mikrofone und sonstige Technik aufzubauen und einzustellen. Nur der Klang des Bass-Verstärkers wollte sich leider partout nicht einstellen. Wiederbelebungsversuche mit Lötkolben scheiterten – defakto defekto. An einer Lösung des Problems wird zur Stunde noch gearbeitet. Den Rest des Studios haben wir aber bis 22.00 Uhr aufgebaut und uns sogar schon etwas warmgespielt.
Heute geht’s dann endlich richtig los! Es war schon ein besonderer Moment, als alle mucksmäuschen still wurden, weil die erste Aufnahme startet. „Mücke“ ohne Gesang ist im Kasten! Klingt komisch, ist aber so :) Außerdem haben wir heute noch etwas an Arrangements gefeilt und schon einiges an akustischem frühlingsgrün und Gänsehaut erlebt. „Es ist der Wahnsinn, Leute deine eigenen Songs spielen zu hören!“ meint Cat. Schon jetzt steht so viel fest: Es wird in jeder Hinsicht ein sehr stimmungsvolles Album!


TEXT VON SILAS KRAUS (Percussion)

Hallo Leute!
Heute schreib' zur Abwechslung ich mal was. Ich bin Silas, der Percussion-Typ, der diesen ganzen Trommel-Gerassel-Geklimper-Lärm im Hintergrund macht.
Wir sind wieder zurück nach einem entspannten Ostersonntag voller Gemütlichkeit. Spaziergänge, Wunschkonzerte und Vorlesestunden am Kachelofen. Tiefgehende Gespräche und unterhaltsames Getratsche. Ostereier suchen (und gerecht verteilen). Den Wassertank leerduschen. Selbstgebackenes Holzofenbrot zum Frühstück. Und ganz nebenbei ist der Herr auferstanden. Alles in Allem also eine allgemein angenehme Abwechslung.
Das soll aber nicht heißen, dass die Proben stressig oder unangenehm wären. Im Gegenteil. Ich habe noch nie zuvor erlebt, wie Musiker, die sich zuvor nur flüchtig oder gar nicht kannten, auf Anhieb so gut miteinander auskommen und harmonieren. Das liegt mit Sicherheit auch an Balou und ihren wundervollen Liedern. Jedes neue Lied öffnet die Tür zu einer ganzen Welt von Klängen, Bildern und Gefühlen. Die Ideen sprudeln nur so und ehe unser „Mr. Department of Sound“-Julian noch „reziprok“ sagen kann, haben wir wundervolle Arrangements gezaubert.
Die Ergebnisse sind bisweilen recht überraschend. Da wird der Rock'n'Roll-Song plötzlich zum Reggae und der Beziehungskisten-Blues wird tanzbar. Balou fiel die Kinnlade runter, als sie nach einer halben Stunde Spazierengehen zurückkam und wir schon ein komplett ausgearbeitetes Arrangement für „Hin und her“ fertig hatten.
Ich kann Euch jetzt schon versprechen, dass das neue Album ein ganz großes Ding wird. Und das Beste kommt erst noch, denn heute kriegen wir Verstärkung von Wolfgang (Trompete) und Miri (Harfe).
Das war's erstmal für heute. Der olle Silas muss mal wieder e bissl schaffe. Ihr dürft euch derweil auf das neue Album freuen und fleißig bei euren Freunden Werbung machen.


TEXT VON MIRIAM HORNEBER (Harfe)

Seit Karfreitag stehe ich im Aufnahmeraum für Cat Balous neues Album „Reisen“ und darf inmitten eines kreativen Musiker-Haufens Studioluft schnuppern. Dabei zu sein, wie in dieser vielfältigen Truppe die abenteuerlichsten Ideen entstehen, ausprobiert werden und wie sich jeder auf unterschiedliche Art und Weise einbringt – das ist eine unglaublich spannende Sache!
Montag ist dann auch endlich Miriam angereist um meine Saiten ein bisschen in Schwingung zu versetzen. Die ersten zaghaften Töne zu „Home Sweet Home“ untermalen eine melancholische Stimmung – Heimweh kommt in Gesellschaft von Cat Balou° und ihrer Räuberbänd aber ganz bestimmt nicht auf. Herzlich aufgenommen, musikalisch beschwingt und kulinarisch verwöhnt – da kann‘s einem doch nur gut gehen!
Verträumtes Zupfen bei „Home Sweet Home“ und Abrocken voller Lebensfreude zu „Reisen“ - so abwechslungsreich wird übrigens das ganze Album. Also: Seid gespannt und voller Vorfreude, denn die neue CD wird großartig!
Beste Grüße, Lotta (i.A.: Miri)


TEXT VON MASSIMO MAIO (Bass)

Der Zug rast durchs Land. Vorm Fenster zieht der ewig zögernde Frühling vorbei, mal hellbraun, mal blassgrün, mal eine Kirche, mal ein Hochhaus.
Ganz schön viele Eindrücke sind das – nach zwei Wochen der musikalischen Einsiedelei in den Höhlen der Räuberband. Etliche Ohrwürmer haben sich in den letzten Tagen in mein Trommelfell gegraben und liefern jetzt den Soundtrack zur Fahrt: Trompetensoli, Harfenklänge, Cajon-Beats, unglaublich viele Refrainhooks und immer wieder Basslinien. Die Saiten am E-Bass haben meinen Fingern mit der Zeit genau so viel Hornhaut verpasst, dass ich jetzt eigentlich noch ewig weiterspielen könnte!
Auch auf der Computertastatur klingen meine harten Fingerkuppen jetzt eigenartig hell. Dabei ist es gar nicht so leicht, meine Gedanken schriftlich einzufangen. In den letzten zwei Wochen waren sie einfach Teil der Räuberband, waren verflochten mit unzählig fluffigen Wortspielen, sämtlichen Dialekten, guten wie schlechten Witzen – und sie waren vor allem eingebettet in den Flow und die Inspiration, die aus der Räuberband erst die Räuberband macht – und zwar bis so geil ist, dass sie geil ist! Das neue Album wird riesig und ich bin sicher, das war nicht das letzte Mal, dass wir zusammen Musik gemacht haben!
Hier zieht gerade ein kleines Schneefeld am Zugfenster vorbei. Sogar der Frühling hat gewartet, bis wir aus unseren Höhlen gekrochen kommen. Von mir aus kann’s jetzt losgehen!


TEXT VON GESA WINGER (Gitarre)

Die Aufnahmewochen sind in meinem Kalender dick markiert. Schon Wochen vorher muss ich nur die Seiten aufschlagen und versinke in süßer Vorfreude. Stück für Stück kommen dann die Details hinzu. Wo. Mit wem. Und vor allem: was. Anhand von Rohaufnahmen bereiten wir Musiker uns vor. Grooven uns ein. Entwickeln Begleit-Melodien, -Rhythmen und -Stimmen. In meinem Fall bedeutet das Gitarre und Gesang. Mit jeder Melodie, die ich entwickle, steigt die Spannung: werden Cat Balou die Ideen gefallen?
Die gute Nachricht: sie gefallen.
Die schlechte Nachricht: die wunderbaren zwei Aufnahmewochen vergingen bereits wie im Flug.
Schon sind die (bis zu 14!) Protagonisten wieder in alle Himmelsrichtungen verstreut. Jeder frühstückt an einem anderen Tisch und singt für sich alleine.
Ach, ich kann es kaum erwarten REISEN in den Händen zu halten. Die Stimmen und Instrumente wieder vereint zu hören. Doch bis dahin dauert es noch ein paar Wochen.
Als frisch gebackene, selbstständige LIEDERmacherin nehme ich mir vor, die Zeit mit meiner eigenen Musik zu überbrücken. Lieder schreiben, auftreten, die eigenen Aufnahmen planen. Schließlich hängt die Messlatte des diesjährigen Albums nun verdammt hoch : )


TEXT VON JULIAN HOFFMANN (Produktion)

Heute schreibe ich aus Berlin, wo ich wohne, und wo ich nun wieder mit vielen gepackten Kisten und Taschen auf dem Rücken angekommen bin und auf die zwei Aufnahme-Wochen zurückblicke.
Ich bin erholt und erledigt - beides zugleich. Ich bin immernoch erfüllt von Erlebnissen und Begegnungen, die Ohren immernoch voll mit Ohrwurmgedudel. Und das Wichtigste: Auf der Festplatte warten 11 großartige Lieder darauf, gemischt zu werden.
Meine zwei Hüte, die Produktion und der Sound, ließen sich leichter als gedacht vereinen. Ab dem ersten Tag entstand ein Groove in der Band, ein Gefühl für Arrangements und eine gute Mischung aus Mut und Zurückhaltung, dass ich garnicht so viel reden musste - die Lieder formten sich wie von selbst. Zudem klang unser Klassenzimmer ("Studio A") einfach gut und ich musste manchmal lediglich die richtigen Mikros an die richtigen Stellen im Raum verteilen und fertig war der Sound.
Jetzt steht an, alle Kisten und Taschen zu öffnen, die Lieder zu hören und mit dem Mixen zu beginnen. Die Reise geht wieder los.


TEXT VON STEPHAN KRASKE (Kontrabass, Vocals)

Der Kontrabass steht nun schon seit Sonntagabend wieder an seinem angestammten Platz in meinem Bonner Zimmer, als sei in den vergangenen zwei Wochen nichts passiert. Jetzt, wo ich ihn nachdenklich von meinem Bett aus ansehe, trägt er den wissenden Glanz der neuen Freienseener Liedermacherkultur. Heute nahm ich ihn wieder in die Hand und freute mich über die Leichtgängigkeit beim Spielen. Die Grundschule in Freienseen besitzt nähmlich eine Holzwerkstatt, die ich nach ein paar Tagen kurzerhand in eine Kontrabasswerkstatt umfunktionierte, um den auf der Hinreise umgefallenen Steg zu reparieren und zu dieser Gelegenheit auch endlich die Saitenlage zu justieren (etwas, was ich schon lange einmal machen wollte, mich aber nicht getraut hatte).
Ich habe heute beschlossen, dass jetzt endlich der Frühling beginnt.


TEXT VON CAT BALOU° (Chef)

So langsam aber sicher komme ich wieder an... Mein Herz ist voll, meine Gedanken sortieren sich gemächlich um all das Erlebte herum, und meine Zehen fangen schon wieder an zu kribbeln vor Spannung - ich kann es kaum erwarten bis von Julian die ersten Lieder in meiner Dropbox landen... Abgemischt, fertig zum Gegenhören...
Es tut gut, die Musik mal eine Zeit lang nicht zu hören, dann sind meine Ohren nämlich so richtig fresh and fluffy zum Probehören und ggf. korrigieren.
In mir swingt und summt es ohnehin die ganze Zeit - vor Freude und Dankbarkeit über diese zwei Wochen.
Und wenn ich dann erst mal komplett wieder aufgetaucht bin, geht's ans Cover-Design und T-Shirts machen usw...
Und nun aber noch mal ein riesengroßes und von Herzen kommendes Dankeschön an Marion, Nicolas, Flemming, Selma, Barbara, Peter, Ursel, FeTiMo, Fabi und Stefan - für all das "Drumherum", was so wesentlich war. Und ich bin SO voller Vorfreude, Euch das Album zu präsentieren! Es wird super. So viel ist klar.