BOY ACOSHA
NEUES AUS HOLLYWOOD
NEUES AUS HOLLYWOOD
Texte von den Bandmitgliedern vom Projekt HOLLYWOOD HOLLYWOOD vom Sommer 2013.


TEXT VON MASSIMO MAIO (Bass)

Mit 15 hab ich mal in einer Punkband gespielt. Extrem laute und verschwitzte Nachmittage im Proberaum waren das – unschön für die Eltern, aber wir hatten unendlich viel Spaß!
Und überraschender Weise muss ich sagen, irgendwie fetzt das immer noch. Kürzlich habe ich das nämlich mal wieder probiert, aber nicht mit der alten Jugendband, sondern mit MELODY FOUND! Wir hatten ein ziemlich üppiges Schlagzeug-Set, einen sehr geilen Drummer, Gesa durfte die E-Gitarre rocken und ich hab meine Finger über den Bass gejagt, so schnell wie schon lange nicht mehr. Das Ergebnis war: großer Spaß und astreiner Punkrock! Aber – das war nur der erste Song. Weiter geht’s mit Reggae, Funk, Hip Hop und Swing. Wir sind zwar keine 15 mehr, machen aber irgendwie immer noch genau das, was wir wollen.
Melody Found, Band Found, fehlt nur noch die Tour – 2014 dann mit dem neuen Album!


TEXT VON CHRISTOPH JACKSOHN (Schlagzeug)

Als ich im Mai von Gesa angeschrieben wurde, war ich zuerst eher skeptisch. Sie sei eine Liedermacherin aus Hamburg, die für ihr neues Album noch einen Schlagzeuger sucht. Ob ich dafür der Richtige bin? Ob ich nicht zu sehr auf Rock- und Popmusik ausgerichtet bin? Spätestens nach einem ersten Treffen mit Gesa und Julian dachte ich mir jedoch: diese Herausforderung nehme ich an. So folgte einige Wochen später die Anreise nach Kaltenkirchen. Erstes Equipment wurde aufgebaut und das Bandquartier bezogen. Und nach fünfstündigem Soundcheck an Tag Zwei konnte am dritten Tag die Arbeit richtig losgehen.
Bereits vorher hatten wir Voraufnahmen bekommen um erste Ideen entwickeln zu können. Während es mir zunächst noch schwer fiel, allein damit eine Schlagzeugstimme zu erarbeiten, entstanden später im Studio, zusammen mit Massimo am Bass und Gesa mit Gitarre und Gesang, sowie vieler guter Ideen Julians, Songs verschiedenster Stilrichtungen, darunter sogar die ein oder andere rockige Nummer. So verließ ich nach einer guten Woche Studioarbeit zufrieden und voller Erwartungen Kaltenkirchen mit der Vorfreude auf das Album, das nun bald endlich erscheinen wird. Ich freue mich auf ein bisschen Hollywood, in dem Moment, an dem ich das Album zum ersten mal in der Hand halte und höre.


TEXT VON STEPHAN ORTH (E- und A-Gitarre)

Ich bin zurück in der Schule, auf der Bühne einer riesigen Aula mit vielen Sitzreihen, ich soll was auf der Gitarre vorspielen und bin ein bisschen nervös. Das klingt wie ein seltsamer Traum, ist aber in diesem Sommer tatsächlich passiert: bei den Aufnahmen für Gesas Platte „Hollywood“ in einem Schulgebäude in Kaltenkirchen, eine Stunde Bahnfahrt nordwestlich von Hamburg. Die Aula war wegen ihres guten Sounds erste Wahl für die Gitarren, über einen Kopfhörer hörte ich das Playback von einem Computer, der viele Treppenstufen weg in einem Klassenzimmer stand.
Meine letzten Aufnahmen für eine CD lagen mehr als zehn Jahre zurück, darum war es etwas ganz Besonderes, bei den beiden Songs „Moin moin“ und „Sail away“ ein paar Gitarrenspuren einzuspielen. Und ein bisschen nach „back to school“ fühlte sich das tatsächlich an. Immerhin musste ich die Prüfungen des mit einem gnadenlos guten Gehör ausgestatteten Produzenten Julian bestehen.
Zwei Dinge waren dann aber doch ganz untypisch für eine Schule: Zum einen haben die Stunden mit Superohr Julian und Sonnenschein Gesa unglaublichen Spaß gemacht. Zum anderen stellt man sich das Ergebnis verdammt gerne in den Schrank, was ich von alten Mathe- oder Physikheften eher nicht behaupten würde. Ich kann's kaum erwarten, endlich die fertige CD in den Händen zu halten - so ungeduldig, endlich zu erfahren, wie das Resultat geworden ist, war ich nicht mal bei der Abiprüfung.


TEXT VON THORSTEN BLOEDHORN (E-Gitarre)

Als ich an einem Sonntagabend im August das erste Mal die drei Aufnahmeräume zu Gesicht bekomme, ist nur eins von vielen Feinheiten der detaillierten Arbeit ein sehr ästhetisches: auf dem Boden unter Snare und Hihat liegen dunkelblaue Teller verschiedener Größe falsch herum auf dem Boden. Wieso das? Ich lerne, dass der Teppich in dem riesigen Zimmer vor allem die hohen Frequenzen dämpft, und das Geschirr wegen der Reflexionen die Snare besser klingen lässt.
Aber auch meine Gitarrenampsounds geht Julian mit mir ähnlich gründlich an. Den eingespielten Test hören wir gleich vierfach ab: denn vor dem Amp standen vier verschiedene Mikrofone. Nun ermitteln wir per Blindtest, welches in unseren Ohren am besten klingt. Vieles hören wir gleich, manche Nuance verschieden. Am Ende aber sind wir uns einig, welches Mikrofon es morgen bei der Aufnahme richten soll.

Am Montagmorgen zeigt die Sonne gerade ihre ersten Strahlen durch die Bäume, als Julian die Kaffeemaschine befüllt, Gesa im Garten frische Beeren für das Müsli sammelt, während wir anderen den Tisch decken.
Eins von vielen Ritualen, die die anderen vier (Gesa, Julian, Christoph und Massimo) seit einer Woche pflegen, in der sie schon fast alle Takes von Schlagzeug und Bass aufgenommen haben. Nun bin ich für drei Songs mit dabei und darf daran teilhaben.
Nach dem Frühstück das nächste Ritual: kurz das Radio an, und der eine Pop-Song den wir hören, wird dann mit seinen Stärken und Schwächen auf dem Weg zum Aufnahmeort diskutiert. Dort wird gleich beim ersten gemeinsamen Anspielen klar: ich komme in ein eingespieltes Team hinein, das einen eigenen Groove entwickelt hat.
Das Tagesritual sieht dann eine Mittagspause gegen zwei vor, 20 Minuten Ruhezeit nach dem Essen ist ein weiteres. (Die Schokoladenvorlieben zwischendurch lasse ich mal weg.)
Irgendwann gegen acht haben wir dann nach gut neun Stunden Proben- und Aufnahmearbeit für zwei weitere Songs Schlagzeug, Bass und Gitarre im Kasten. Zeit für die Abendrituale: als Abschluss eine Runde Hacky-Sack auf dem Rasen, bei der die letzten Sonnenstrahlen auf der gegenüberliegenden Straßenseite langsam versinken.